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Freie Gemeinschaftsbank 
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Montag
9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen

Dienstag bis Donnerstag
Vormittags geschlossen, 14 bis 17 Uhr

Freitag
9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen
 

An folgenden Tagen ist die Bank geschlossen:
2. Januar - Basler Fasnacht: Mittwoch Nachmittag - Karfreitag - Ostermontag - 1. Mai - Auffahrt - Freitag nach Auffahrt - Pfingstmontag - 1. August - 25. Dezember - 26. Dezember
 

E-Banking

«Ich glaube an die Idee dieser Bank» 

April 2026

Von Hildegard Backhaus Vink

Seit 1. Oktober 2025 ist Viola Kirsch Mitglied der Geschäftsleitung der Freien Gemeinschaftsbank. Sie bringt sowohl umfassendes fachliches Know-How als auch eine grosse Werteverbundenheit mit. 

Wie bist du zur Freien Gemeinschaftsbank gekommen?

Viola Kirsch: Ehrlicherweise: per Zufall. Nach meinem Weggang von MoneyPark habe ich mir noch einmal grundsätzlich überlegt, wohin ich mich beruflich weiterentwickeln möchte. Dabei kam heraus, dass ich gern im Bereich Nachhaltigkeit, Soziales und Ökologie in einer sinnstiftenden Organisation tätig wäre. Das hatte für mich oberste Priorität. Wichtig war für mich auch eine gestaltende Rolle als Geschäftsleitung – und es sollte im Raum Basel sein. Die Bankbranche hat mich schon immer sehr interessiert, ich hätte mir aber auch andere Branchen vorstellen können. Das waren meine Kriterien.

Ich habe mir verschiedene berufliche Optionen angesehen und einige Gespräche geführt, die mir noch einmal deutlich machten, dass es Zeit für eine neue Richtung war. Als ich dann auf die Stelle bei der Freien Gemeinschaftsbank stiess, passte plötzlich alles zusammen – es war genau das, was ich gesucht hatte! 

Was interessiert dich an der Freien Gemeinschaftsbank? 

V. K.: Für mich ist die Freie Gemeinschaftsbank ein Ort, an dem Geld wieder Sinn erhält. Hier entsteht gesellschaftlicher Mehrwert, der sichtbar wirkt – ökologisch, sozial und im Miteinander zwischen Menschen. Dieses andere Verständnis von Geld ist für mich wie ein Kompass: Es weist in eine nachhaltige Zukunft und ermöglicht Projekte, die genau aus dieser Haltung heraus wachsen. Ich bin überzeugt, dass ein bewusster Umgang mit Geld wirklich etwas bewegen kann. Gleichzeitig interessieren mich die Menschen hinter der Bank und das Umfeld, das wir gemeinsam gestalten: Wie wirken wir im Zusammenspiel mit Kund:innen und Lieferant:innen? Was prägt unser Miteinander? Genau diese Verbindung aus Haltung, Wirkung und gemeinschaftlichem Gestalten fasziniert mich besonders. 

Was ist für dich besonders motivierend?

V. K.: Besonders motivierend ist für mich, dass mir die Freie Gemeinschaftsbank wie eine Art «Rohdiamant» erscheint, wo noch vieles möglich ist. Die Bank hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und kann und wird noch weitere Schritte machen, sie hat so viel Potenzial. Die Freie Gemeinschaftsbank kann eine Vorreiterrolle einnehmen, um etwas zu bewegen, im Kleinen wie im Grossen. Das reicht für mich von der Frage, wie wir unsere Prozesse verbessern können, bis hin zu der Frage, wie wir unsere gestaltende Rolle im Markt wahrnehmen. Ich wünsche mir ein Wachstum, das unsere gesellschaftliche Wirkung noch weiter ausbaut, innovative Impulse für die Finanzbranche setzt und gleichzeitig in einem gesunden Rahmen für die Bank bleibt. 

Was hat dich in den ersten Monaten in der Bank berührt?

V. K.: Mich hat sehr berührt, wie herzlich ich hier aufgenommen wurde. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, auf mehr Zurückhaltung zu stossen, gerade weil ich «von aussen» komme. Stattdessen ist mir grosses Interesse entgegengekomen – an mir als Person, an meinen Gedanken, an meiner Sicht von aussen. Diese Offenheit hat mich beeindruckt. Ich habe das Gefühl, dass meine Perspektive und die Möglichkeiten, die sie für die Weiterentwicklung der Bank bietet, gesehen und geschätzt werden.

Was hat dich überrascht?

V. K.: Überrascht hat mich, wie gut die Freie Gemeinschaftsbank aufgestellt ist – gerade vor dem Hintergrund ihres schnellen Wachstums in den vergangenen Jahren. Oft bleibt in solchen Phasen die Grundlagenarbeit auf der Strecke. Hier ist das Gegenteil der Fall. Neue Prozesse und Produkte wurden sorgfältig eingeführt, und zugleich sind Strukturen geschaffen worden, die diese Entwicklungen zuverlässig tragen. Max Ruhri und Brigitte Gisler haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Gestaltungsarbeit geleistet. Meiner Vorgängerin Brigitte Gisler möchte ich an dieser Stelle ganz besonders danken. Ich habe ein gut geordnetes Feld vorgefunden, auf dem ich weiterarbeiten und aufbauen kann.

Welche Aufgaben hast du dir in der Freien Gemeinschaftsbank gesetzt?

V. K.: Im Grunde genommen sind es drei grosse Themenblöcke: Das Erste ist, dass Max Ruhri und ich uns gut aufeinander einspielen und unsere Zusammenarbeit als Führungstandem gestalten. Zweitens liegt mir das Thema Effizienz besonders am Herzen: Die Bank funktioniert bereits sehr gut – und doch stellt sich die Frage, wo wir Abläufe weiter verbessern und uns gemeinsam weiterentwickeln können. Diesen Punkt möchte ich zusammen mit Max Ruhri vertieft angehen. Als dritter Punkt ist mir wichtig, dass wir alle zusammen – Mitarbeitende, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat – eine langfristige Vision von der Bank erarbeiten, die Orientierung gibt und uns als Ganzes trägt. 

Was findest du wichtig für die Bank?

V. K.: Ich finde es wichtig, dass wir offen und ohne Vorurteile auf Themen und Situationen blicken und uns den Raum geben, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ebenso zentral ist für mich, dass wir das Gemeinschaftliche bewusst pflegen – in dem Wissen, dass wir alle verschieden sind: Mitarbeitende, Kund:innen und Lieferant:innen. Genau in dieser Vielfalt liegt eine grosse Stärke. Wenn wir sie immer wieder als Quelle der Inspiration nutzen, können wir gemeinsam wachsen und voneinander lernen. Ich glaube fest an die Idee dieser Bank. Das, was uns ausmacht, sollte nicht in einer Nische bleiben, sondern in der Mitte der Gesellschaft seinen Platz finden. Unser Ansatz ist für mich nach wie vor etwas Grundlegendes und Zukunftsweisendes – ein anderes Verständnis von Geld, von Beziehungen und von Verantwortung. Gleichzeitig sehe ich, wie sehr unsere Zeit von Krisen geprägt ist, die auch daher rühren, dass soziale und emotionale Bindungen brüchig werden und finanzielle Anreize manchmal in destruktive Richtungen führen. Genau hier setzt unser Modell an: Es zeigt, dass es auch anders geht. Daran weiterzuarbeiten und dieses Verständnis von Bankwesen zu stärken, liegt mir sehr am Herzen.

Viola Kirsch

Jahrgang 1989, hat International Business Administration und Rechtswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (DE) und der Universidad Europea Madrid (ES) studiert. Nach Stationen in der internen Revision und dem Financial Controlling bei Swisscom und Helvetia war sie
die letzten fünf Jahre als Chief Financial Officer (CFO) bei der MoneyPark Gruppe tätig. Dort prägte sie den Finanzbereich entscheidend, baute diesen professionell aus und übernahm zusätzlich das Mandat als Verwaltungsrätin der Tochtergesellschaft Finovo AG. 

Ihre Schulzeit hat Viola Kirsch an Waldorfschulen in Berlin und Potsdam (DE) verbracht. Viola Kirsch wohnt mit ihrem Partner und ihrem zweijährigen Sohn in Allschwil.