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9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen

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9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen
 

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E-Banking

Geld zwischen Verfügbarkeit und Verpflichtung

August 2025

Von Jonas Ackermann

Was ist die sogenannte «Fristentransformation»? Jonas Ackermann erklärt eine zentrale Aufgabe von Banken. 

Im Bankalltag treffen unterschiedliche zeitliche Bedürfnisse aufeinander: Einige Menschen möchten ihr Geld kurzfristig verfügbar halten oder befristet anlegen und andere benötigen für ihre Vorhaben eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre hinweg, etwa für die Entwicklung sinnvoller Vorhaben mit sozialem oder gemeinschaftlichem Fokus. Das heisst: Während der Anlagehorizont oft eher kurz ist, erstreckt sich der Finanzierungsbedarf über längere Zeiträume. Die Aufgabe jeder Bank ist es, diese unterschiedlichen Horizonte miteinander in Einklang zu bringen. Genau das leistet die sogenannte «Fristentransformation». 

Zeitliche Balance zwischen Sparen und Krediten 
Fristentransformation beschreibt die Abstimmung zwischen den Laufzeiten von Einlagen und Krediten. Die Freie Gemeinschaftsbank nimmt Gelder entgegen – auf einem Basis- oder Kontokorrentkonto als sogenanntes «Sichtguthaben» oder als Festgelder mit unterschiedlichen Bindungsfristen – und vergibt daraus Kredite mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren. Das heute angelegte Geld fliesst so in längerfristige Projekte, zum Beispiel in Bildung, Landwirtschaft oder soziale Unternehmen, und wirkt dort weiter. 

Damit dieser Ausgleich funktioniert, braucht es eine sorgfältige Liquiditätssteuerung. Unsere Bank verfolgt dabei laufend, wie sich Ein- und Auszahlungen entwickeln, welche Einlagen auslaufen und wie viele Mittel für neue Kredite zur Verfügung stehen. Orientierung bietet dabei die sogenannte «goldene Bankregel»: Kredite sollten möglichst nicht länger laufen, als die entsprechenden Mittel (z. B. als Festgelder) gebunden bleiben. Aus diesem Grunde sind Einlagegelder willkommen, wenn die Kreditnachfrage gross ist – was zurzeit bei der Freien Gemeinschaftsbank der Fall ist. Durch bewusste Reservehaltungen und vorausschauende Kreditvergabe stellen wir sicher, dass Einlagen bei Fälligkeit abrufbar sind und gleichzeitig Kredite über mehrere Jahre vergeben  werden können.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Genossenschaft plant ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit sozialer Ausrichtung. Sie erhält von der Freien Gemeinschaftsbank ein Darlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Mittel stammen aus dem Gesamtbestand an Kundeneinlagen mit unterschiedlichen Fristen und Verfügbarkeiten. Durch die Liquiditätssteuerung stellen wir sicher, dass sowohl die Finanzierung des Projekts als auch die Verfügbarkeit der Einlagen gewährleistet ist. So verbindet sich individuelles Sparen mit langfristiger Wirkung im Gemeinwesen. 

Ein sozialer Kreislauf – getragen von Vertrauen
Bei der Freien Gemeinschaftsbank ist Fristentransformation Teil eines gemeinschaftlich getragenen Geldkreislaufs. Menschen, die ihr Geld bei uns anlegen – flexibel oder befristet –, tun dies bewusst und in dem Wissen, dass ihr Geld nicht einfach «ruht», sondern in reale, zukunftsgerichtete Vorhaben fliesst. Diese Transparenz schafft Vertrauen und macht Fristentransformation nicht nur zu einem finanztechnischen Mittel, sondern zu einem sozialen Bindeglied. 

Der Ausgleich zwischen verschiedenen Zeitperspektiven ist einerseits technisch notwendig, andererseits Teil unseres Gestaltungsraums. Er ermöglicht es, Mittel dorthin zu lenken, wo sie gebraucht werden, ohne die Beweglichkeit im Gesamtsystem zu gefährden. Die Freie Gemeinschaftsbank versteht sich dabei als Knotenpunkt: als Ort, an dem Menschen mit Sparabsicht mit jenen verbunden werden, die Mittel für sinnvolle Vorhaben suchen.