Adresse

Freie Gemeinschaftsbank 
Genossenschaft
Meret Oppenheim-Strasse 10
4053 Basel

Postadresse:
Postfach
4002 Basel

So finden Sie uns

Für Ihre Zahlungen

BIC/SWIFT: FRGGCHB1XXX für Zahlungen aus der Schweiz und EUR-Zahlungen aus dem Ausland.
BLKBCH22XXX für alle anderen Zahlungen aus dem Ausland (mehr Informationen).
Instituts-Identifikation (IID): 8392
UID: CHE-103.760.390
 

Öffnungszeiten

Montag
9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen

Dienstag bis Donnerstag
Vormittags geschlossen, 14 bis 17 Uhr

Freitag
9 bis 12 Uhr, nachmittags geschlossen
 

An folgenden Tagen ist die Bank geschlossen:
2. Januar - Basler Fasnacht: Mittwoch Nachmittag - Karfreitag - Ostermontag - 1. Mai - Auffahrt - Freitag nach Auffahrt - Pfingstmontag - 1. August - 25. Dezember - 26. Dezember
 

E-Banking

«Die Erde als lebendigen Organismus begreifen» – Nuglar Gärten

August 2025

Von Hildegard Backhaus Vink

In Nuglar im Schwarzbubenland betreibt eine Initiative biologisch-dynamische Landwirtschaft als Gemeinschaftsprojekt: die Nuglar Gärten.

Über die sanfte Hügellandschaft rund um das Dorf Nuglar erstrecken sich zahlreiche Anbauflächen, die gleich ins Auge fallen: eine bunte Gemüsemischung wechselt sich ab mit Blumen, Bäumen, Sträuchern und etwas Getreide. Anders als auf den benachbarten Feldern gibt es hier nicht nur sauber gemähte Grasflächen mit Obstbäumen, die in Reih und Glied stehen. «Wir bewirtschaften unsere Felder nach den Prinzipien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und der regenerativen Landwirtschaft», erklärt Dominique Oser, Mit-Initiantin der Nuglar Gärten, als wir auf dem Gemüse-Acker zwischen Zucchetti und Kefen stehen. «Damit ermöglichen wir eine Umgebung, in der sich zahlreiche Tierarten wohlfühlen und ansiedeln können.» Schachbrettfalter und Ochsenauge gaukeln munter in grosser Schar über die Wiese. 

Von der Stadt aufs Land
Wie kam es zur Gründung der Nuglar Gärten? «Ich bin in Basel aufgewachsen,» beginnt Dominique Oser zu erzählen, «und habe die Rudolf Steiner Schule Münchenstein besucht. Danach habe ich eine Fachschule für biologisch-dynamische Landwirtschaft absolviert. Dort habe ich gemerkt: Es geht nicht einfach darum, natürlichen Landbau zu betreiben, sondern mit der Erde und den Elementarwesen in Beziehung zu treten. Wir müssen die Erde wieder als lebendigen Organismus begreifen und ihr etwas zurückgeben.» 

Nach Reisen durch Neuseeland und Island traf Dominique Oser in Basel auf Gleichgesinnte im Umkreis von Urban Agriculture Basel. Gemeinsam entwickelten sie die Vision, eine Solidarische Landwirtschaft aufzubauen – eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für die Bewirtschaftung von Feldern verantwortlich fühlt und Risiko und Ernte teilt. 

Auf der Suche nach einem Stück Land erhielt Dominique Oser einen Tipp von Felix Gebhardt vom Hof Untere Tüfleten bei Dornach: Rund um Nuglar gebe es 6,5 Hektaren Land zu pachten, verstreut über verschiedene Flächen. «Die Besitzerinnen sind zwei Schwestern, die bislang an konventionell arbeitende Bauern verpachtet hatten. Da sie mit der Anthroposophie verbunden sind, suchten sie aber jemanden, der das Land biologisch-dynamisch bewirtschaftet », erzählt Dominique Oser weiter.

Dominique Oser pachtete das Land, ein Jahr später wurde der Verein Nuglar Gärten gegründet. Am Anfang wurde der Verein durch die Stiftung Freie Gemeinschaftsbank unterstützt, später durch die Freie Gemeinschaftsbank, die ein Bürgschaftsdarlehen mit 36 Bürg:innen aus dem Umkreis des Vereins gewährte. «So wurde auch auf finanzieller Ebene sichtbar, dass sich eine Gemeinschaft gebildet hatte, die das Projekt solidarisch mitträgt», begeistert sich Dominique Oser.

Seit 2013 bewirtschaftet Dominique Oser mit wenigen wechselnden Mitarbeitenden rund 22 Flächen in und um Nuglar biologisch-dynamisch. «Ausserdem helfen die Abonnent:innen mindestens einen Tag pro Jahr am sogenannten ‹Ackersamstag› mit», freut sich Dominique Oser. 2016 erfolgte die Demeter-Zertifizierung. Da sie keine Tiere halten, beziehen Nuglar Gärten ihre Präparate von der Gärtnerei am Goetheanum und befreundeten Demeter-Bauern aus der Gegend. «Von 2016 bis 2025 haben wir am Forschungsprojekt zur Bodenfruchtbarkeit der Bio Stiftung Schweiz teilgenommen», berichtet Dominique Oser. Um den Boden schonend zu behandeln, nutzen Dominique Oser und ihr Team eine ‹Schälfräse› an einem kleinen Traktor, die den Boden nur an der Oberfläche lockert. «Ausserdem achten wir darauf, dass die Erde stets mit Mulch bedeckt ist und gut durchwurzelt wird. Dafür lassen wir nach der Ernte die abgeschnittenen Pflanzenteile als sogenannten ‹Flächenkompost› liegen», erklärt Dominique Oser. Der Erfolg war nach vier Jahren deutlich messbar: Der Humusgehalt hatte sich um fast ein Viertel gesteigert. 

Gemüse für Körper, Seele und Geist 
«Unser Ziel ist es, Gärten anzulegen, die in sich kraftvoll, lebendig sein können, damit in ihnen Gemüse wachsen kann, das Körper, Seele und Geist nährt», beschreibt Dominique Oser die Arbeitsweise von Nuglar Gärten. «Dazu tauchen wir tief in die Natur mit ihren Naturwesen ein und schulen unsere Wahrnehmung, um immer feiner zu verstehen, was sie benötigt.» Vor der Arbeit macht das Team eine Einstimmung mit Morgenspruch und Eurythmie. «Diese Einstimmung hilft uns, auf dem Feld anzukommen, uns selbst und das Feld wahrzunehmen und dem Feld unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken. Wir versuchen, eine dienende Haltung einzunehmen, um die Heilwirkung der Natur in unseren Gärten zu fördern und wachsen zu lassen», sagt Dominique Oser und wendet sich wieder den Kefen zu.

Nuglar Gärten in Zahlen

Pflanzenbau in Hektaren
5,8
Gemüsesorten
43
Gemüse-Abos in Demeter-Qualität (weitere zu vergeben)
70
Stellenprozente
120
Ackersamstage
10
Lerntage auf dem Acker für Schulklassen
15-20
Arbeitspensum Gärtner:innen in Stunden pro Woche 
42
Weideschafe im Winter
24